Ein Appell von Steffi List an euch... Es geht uns alle etwas an, alle!

(Schaut euch das Video mal an und denkt nach!)

 

 

 

Zunächst einmal einen herzlichen Dank an die freundlichen, motivierten Mitarbeiter des Gesundheitsamtes in Würzburg. Alexander Pfeiffer, Brigitte Hein und Claudia Bergert für die Arbeit, die tollen und informativen Gespräche, die ungezwungene Atmosphäre und die Zeit die sie sich genommen haben. Dr. Johann Löw, der als Fachbereichsleiter seine Genehmigung für Umsetzung unseres Projekts in den Räumen des Landratsamts erteilt hat.

 

Ein ganz dickes und nicht weniger herzliches Dankeschön an die Sängerin Steffi List und den Radiomoderator Johannes “Keppi“ Keppner von Radio Gong Würzburg. Danke für die Zeit die ihr investiert habt, das Blutabnehmen lassen, die gute Laune die ihr mitgebracht habt und die Fotos die wir machen durften.

 

Und nicht zu vergessen: Joachim “Jojo“ der extra nach Würzburg gefahren ist um dabei zu sein und der sich ebenfalls Blut abnehmen ließ. Vielen lieben Dank!

 

Wie das Projekt entstanden ist:

Da auch in Deutschland die Anzahl der Infizierungen mit HIV nicht sinkt, es immer noch eine hohe Dunkelziffer gibt und immer wieder neue AIDS-Fälle publiziert werden, ist die Frage aufgekommen, warum das noch immer so ist. Warum lassen sich Menschen, die sich nicht sicher sind, ob sie sich infiziert haben, nicht testen um Sicherheit zu haben?

Ist es die Scheu zum Arzt zu gehen und sich vielleicht erklären zu müssen, warum man den Test machen lassen möchte? Die Angst, es könnte vielleicht bei der Krankenkasse gespeichert werden, wenn man den Test bei seinem Hausarzt durchführen lässt? Die Befürchtung, man könnte in der Praxis das Tuscheln anfangen? Oder ist es die Unsicherheit nicht zu wissen, wie ein kostenloser anonymisierter Test im Gesundheitsamt abläuft? Die letzte Frage können wir beantworten, wir zeigen die einzelnen Schritte, am Beispiel der Vorgehensweise des Gesundheitsamtes in Würzburg und hoffen, so ein bisschen von dieser Unsicherheit nehmen zu können.

 

Mit Sicherheit leben – nicht nur die Sicherheit zu haben ob man sich infiziert hat, sondern auch, die Sicherheit zu haben, dass falls ein Test positiv ausfällt, so schnell wie möglich behandelt werden kann, um damit den Ausbruch der leider immer noch tödlichen Erkrankung AIDS verhindern zu können.

 

(Bilder anklicken um sie zu vergrößern)

 

 

 

Der Test beim Gesundheitsamt Würzburg

Auch wenn wir angemeldet waren und uns mit den Mitarbeitern des Gesundheitsamtes abgesprochen haben, zeigen wir den ganz normalen Ablauf, wie gesagt, am Beispiel des hiesigen Amtes in Würzburg. Abweichungen wird es sicherlich überall geben, was aber niemanden irritieren sollte.

 

 

 

 

Warten ...

Was man einplanen sollte ist Zeit. Es ist nicht gesagt, dass man sofort ins Büro gebeten wird, in dem das Vorgespräch stattfindet. Man muss weder seinen Namen, noch Adresse oder Telefonnummer angeben. Hier hat man die Möglichkeit Fragen zu stellen, sich beraten zu lassen und nochmal durchzuschnaufen, bevor man zum nächsten Schritt geht – die Blutabnahme.

Die Blutabnahme unterscheidet sich nicht vom Blutabnehmen beim Arzt. Wenn nicht schon beim Vorgespräch geschehen, bekommt man hier auch den Code und die Leitfadennummer, den man braucht um das Testergebnis zu erhalten. Das Blut wird mit einem Strichcode versehen, der dem Code und der Leitfadennummer zugeordnet wird, welche man erhalten hat.

 

 

 

Es ist völlig anonym!

Ungefähr eine Woche später – diese Zeitangabe kann bei verschiedenen Ämter/Instituten abweichen, kann man das Testergebnis erfragen. Auch hier wieder in einem persönlichen Gespräch, oder telefonisch.

Hier ein Beispiel, wie das Ergebnis aussehen kann, oder genauer, wie es bei uns in Würzburg aussieht. Das Testergebnis – negativ, ist von mir, Claudia. Ich veröffentliche es hier nicht nur um zu zeigen, dass wirklich keine Zuordnung erfolgen kann, der Test also vollkommen anonymisiert ist, sondern auch um zu zeigen, dass im ganz alltäglichen Umgang mit einem HIV-Infizierten, der sich einer Therapie unterzieht, keine Ansteckung möglich ist. Man kann wirklich alles miteinander unternehmen, kann im gleichen Bett übernachten, die gleichen sanitären Einrichtungen benutzen und alles andere auch, egal was es ist, ohne auf irgendetwas achten zu müssen, besondere Vorsicht walten zu lassen oder was auch immer.

Testergebniss Positiv - was nun?

Wenn das erste Ergebnis positiv ausfallen sollte, wird dies durch einen weiteren Test, einen sogenannten „Bestätigungstest“ überprüft, dieser zweite Test ist Pflicht. Erst wenn auch der Bestätigungstest positiv ausfällt, gilt die Diagnose als gesichert. Bitte suche dir in diesem Fall möglichst schnell beratende Hilfe. Hierzu können wir empfehlen:

 

  • Gesundheitsamt Würzburg

  • HIV und AIDS Beratung Unterfranken Würzburg

  • und natürlich stehen wir dir vom Verein Ein Plus verbindet zur Seite

  • gerne suchen wir dir auch eine geeignete Beratungsstelle in deiner Nähe

     

Als nächstes solltest du nun schnellstmöglich einen Termin für ein Erstgespräch in einer Klinik oder einer Schwerpunktpraxis für HIV Infektionen vereinbaren. Dort wird alles aufgenommen, noch mal Blut abgenommen, du wirst untersucht und beraten. In Würzburg/Unterfranken hast du folgende Anlaufstellen:

 

  • Universitätsklinik Würzburg, ZIM, Infektionsambulanz

  • Missionsärztliche Klinik Würzburg, Tropenmedizin

(Unser Alex kann die Uniklinik sehr empfehlen!)

 

So, nun bist du dort als Patient und wirst behandelt. Du wirst nun ein oder mehrere Medikamenten nehmen müssen, das kommt auf deinen Körper an wie viele es sind, aber du wirst und kannst ein relativ normales Leben weiter führen, bis auf kleine Einschränkungen. Voraussetzungen für ein "normales" Leben:

 

- richtige und kontinuierliche Einname der/des vorgeschriebenen Medikament/e

- regelmäßige Vorstellung bei einem HIV Spezialisten/Schwerpunktpraxis/Klinik

- Achtsamkeit in deinem weiteren Leben

 

Die tägliche Einnahme deiner HIV Medikamente sorgt dafür, dass die Virusmenge im Blut unter die so genannten Nachweisgrenze gebracht wird. Die Nachweisgrenze ist erreicht, wenn im Blut keine HI – Viren mehr nachweisbar sind. Dies geschieht durchschnittlich innerhalb von 3-6 Monaten. Es gibt mittlerweile viele gute HIV Medikamente und diese werden auf dich und den Virus angepasst. Da diese Medikamente so gut sind, sind sie in den meisten Fällen sehr gut verträglich, auch langfristig gesehen. Natürlich werden diese Medikamente früher oder später „Schäden“ anrichten, aber es wird stetig geforscht um diese Spätfolgen weiter zu minimieren.

 

Bitte beachte:

Es gibt auch noch Geschlechtskrankheiten die du trotz einer HIV Infektion bekommen kannst - deshalb zur Sicherheit weiterhin ein Kondom nehmen. Zumindest wenn du deinen Sexualpartner nicht kennst.

 

 

Unser Tipp:

Wenn du diese schwere Zeit der Akzeptanz überwunden hast, lebe offen dein Leben. Verstecke dich nicht von dem was du bist! Ein verstecktes Leben ist kein schönes Leben. Auch hierbei können wir dir gerne zur Seite stehen. Vorallem rede offen mit deinen Sexualpartner!

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